Militärhistorische Wanderkarte Truppenübungsplatz  Münsingen Biosphärenbus, Biosphärenzentrum, ein weiterer Weg und zusätzliche Sehenswürdigkeiten. In den vergangenen Jahren hat sich viel auf und rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen getan. Alle Änderungen sind in der neuen, überarbeiteten militärhistorische Wanderkarte berücksichtigt, die den Besuchern den Blick für die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand schärft. 

Seit fünf Jahren ist der ehemalige Schießplatz für Spaziergänger geöffnet. 110 Jahre lang war es ausschließlich Soldaten vorbehalten, das 6.500 Hektar große Areal zu betreten. Nach dem Abzug der Bundeswehr ist seit 2006 diese einzigartige Kulturlandschaft auf inzwischen knapp 50 Kilometer langen Wegen für Wanderer, Skater und Radfahrer geöffnet.

Durch die militärische Nutzung blieb das sogenannte Münsinger Hardt und die angrenzenden Gebiete von Siedlungen, Straßen, Flurbereinigung und intensiver wirtschaftlicher Nutzung weitgehend verschont. Stets durch mehrere Tausend Schafe beweidet, wurde die parkartige Landschaft erhalten, wie sie im 19. Jahrhundert auf der Schwäbischen Alb üblich war.

In den Tälern und am Albtrauf liegen die urtümlichen Hang- und Schluchtwälder. Mittendrin finden die Besucher alte Panzerspuren, zahlreiche Tümpel, seltene Tiere und eine bunte Pflanzenwelt. Kein Wunder, dass dieses einzigartige Areal das Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb ist. 

Der Blaubeurer Journalist und Buchautor Joachim Lenk, der im Jahr 2008 bereits ein Buch über den ehemaligen Truppenübungsplatz schrieb, hat zusammen mit dem Wiedemann-Verlag Münsingen eine militärhistorische Freizeit- und Wanderkarte gestaltet, auf der alle freigegebenen Wege abgebildet sind. Auch der Heroldstatter Weg, der von August bis Oktober in Begleitung begehbar ist.  

Die Freizeit- und Wanderkarte führt den Betrachter unter anderem zu den vier ehemaligen Aussichtstürmen, von denen man eine herrliche Sicht bis zu den Alpen hat. Der Faltplan schärft auch den Blick für das, was in der Nähe und am Wegesrand vom Militär übrig geblieben ist.

Es handelt sich dabei um keine topografische, sondern um eine aufgepeppte dreidimensionale Grafik. Der Ausschnitt schließt die an den ehemaligen Übungsplatz grenzenden Gemeinden ein und weist den Besuchern über farbige Zahlen den Weg zu den thematisch zusammengestellten Sehenswürdigkeiten. Diese sind auf der Rückseite der Karte beschrieben und mit 70 Fotos illustriert.

So sind zum Beispiel die vier Friedhöfe, die ehemaligen Höfe Achenbuch, Schorrstall, Heroldstetten und Bäumlersburg sowie die fünf gemauerten Beobachtungstürme Lindequist, Falkenhausen, Seeckt, Reinhardt und Lenne erklärt.

Alle Sehenswürdigkeiten entlang der ehemaligen Hardt- und der Panzerringstraße sind vermerkt. Zudem sind die Standorte eingezeichnet, wo 1944 rund 19.000 Männer der italienischen Division „Monte Rosa“ strammstanden und wo Mitte der 1960er-Jahre Atomsprengköpfe für Flugabwehrraketen lagerten. Die Herzog-Albrecht-Kaserne, das verlassene Dorf Gruorn,  das Remontedepot Breithülen und das Lager Feldstetten sind ebenfalls beschrieben. 

Außerdem sind die Wege des Schwäbischen Albvereins zu sehen, die an den Grenzen des ehemaligen Truppenübungsplatzes beginnen. Der Spaziergänger hat die Möglichkeit, lange und kurze Ausflüge in den Landkreisen Alb- Donau und Reutlingen zu unternehmen.

Die 18 Haltestellen des Biosphärenbusses, der von Mai bis Oktober sonn- und feiertags den ehemaligen Übungsplatz mehrmals umrundet, sind ebenfalls eingezeichnet. Ebenso der Bahnhof, an dem der Schienenbus „Ulmer Spatz“ die Gäste von Ulm, Blaubeuren, Schelklingen und von Engstingen kommend aussteigen lässt.

„Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen“, militärhistorische Wanderkarte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, 95 x 50 cm, ISBN 978-3-9810687-6-4, erschienen im Wiedemann-Verlag Münsingen als Neuauflage 2011. Sie ist per E-Mail bei Joachim.Lenk@t-online.de für 6,90 Euro plus 1,80 Euro für Verpackung und Versand zu bestellen.

Wanderkarte ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen